Für Dich

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Für Dich

Für Dich,

du,

der ich

(ganz ehrlich)

selber bin.

 

Und auch für dich,

die du zu mir gehörst,

für den gleichen Teil des Lebens bürgst.

 

Keine Angst,

ich mein auch Dich,

der Du mich zwangst,

zu denken,

das Leben treu für andre auch zu lenken.

 

Ach schimpf nicht, Du, für ewig immer Schöne!

Du kannst Dir unabdingbar sicher sein,

dass ich genauso auch die Frauen mein!

 

Ich mein Euch alle,

die Ihr wähnt, mich hier zu kennen,

lasst mich keine Namen nennen,

 

Ihr alle seid gemeint,

die sich im Du hier selber finden.

Auch wenn manches kritisch scheint,

lasst Euch beim Denken nicht die Sinne schwinden.

 

Und Eines noch, das Letzte:

Auch mein Selbst, es brauchte hier mal seine Ruh,

ihm musst ich schreiben seine eignen Texte.

Und schaudern tät´s mich nicht, wenn das dann bist auch du!

 

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Sehnsucht

 

Wenn ein Gefühl dich hat ergriffen

lass es zu!

Scheint das Herz dir angerissen

das bist du.

 

All das Brennen, all das Hoffen

und die Fragen.

Ach, das Warten macht betroffen,

wer kann´s sagen?

 

Nichts bleibt tief dir so erhalten.

Nichts dringt weiter ein.

Nichts wird eher zu Gestalten

die dir scheinen wahr zu sein.

 

All dein Sehnen und dein Hoffen

all der Glaube, jetzt und hier.

Lass das Leben, es ist offen,

lass es fließen in der Gier.

 

Du wirst finden, was nur du kannst ahnen

in dem Bild der Träume Welt,

in den Tiefen aller Wege Bahnen

die dein Sein in sich gefangen hält.

 

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Berührung

 

Ich berühre dich,

an deinen schönsten Stellen.

Ich umfasse dich,

sanft fallen all die Schwellen.

 

Ich dringe in dich ein,

du lässt es mich gewähren.

Nein - nur vage soll es sein,

die Träume wollen zehren.

 

Wie sich uns´re Körper finden,

Betrunken schlagen laut die Herzen!

Wie da nur die Sinne schwinden,

Stille, Leid und Schmerzen –

 

Hinan, hinauf zu steigen,

alles bleibt zurück von dieser Schwere.

Wo wir uns jetzt verneigen,

vor uns selbst, wie fern dort alle Leere!

 

Wir füllen sie im Wahnsinn der Ekstase,

im Liebesrausch im einig, innig Maße.

Was nur uns bleibt vorbehalten

will sich formen neu zur Lust Gestalten. 

 

Wir tun es, um uns hier zu zeigen:

Ich im Du und Du im Ich.

Jede Grenze kann nur schweigen,

Liebe bricht sie stets für sich.

   

Ach!

Du sollst mich haben,

du sollst es tun.

Wir wollen uns jetzt laben,

ja, ich will es nun.

 

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Liebe

Steig hinauf mit deinen Schwingen!

Lass sie schlagen hier im Wind,

versuch die Freude zu erringen,

so groß als Mensch, so scheu als Kind.

 

Weit hoch, hinaus aus diesem Erdental,

dorthin lass dich treiben.

All die Mühe, all die Qual,

soll jenseits der Gefühle bleiben.

 

Umfasse ihn, den Menschen da bei dir,

dein Glück soll seines werden!

Was jetzt noch zählt, seid nur noch Ihr!

Du und er oder doch sie, das bleibt zurück auf Erden.

 

Löst euch los von allem ringsherum,

im Taumel dieser Träume.

Das große Sein, es macht euch stumm,

vor Staunen ob der neuen Räume.

 

Füllt sie aus mit eurem Leben,

und vergesst auch nicht die Müh´n der Alten!

Zurück ihr werdet geben,

was ihr von ihnen einst erhalten.

 

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Verstehen

 

Bin ich es,

Bist es du –

Der schon wieder nur das andre denkt?

 

Was ist es,

ist es Schmu-

der sich gegen das Verständnis hemmt?

 

Es ist das Los der Auserwählten,

dass sie sich zu Grunde quälten,

da mit Ihrer Einsamkeit.

 

Es bleibt ein ewig Ziel der Freundesucher,

dass sie endlich ernten diesen Wucher

glücklicher Umfangenheit.

 

Verstehen, das ist keinem wahr gegeben.

Vermuten, wie die andren streben,

das ist, was uns ewig teilt.

 

Jeder nur versteht für sich allein,

was des andren Freude wohl kann sein.

Das ist der Betrug, den keiner heilt!

 

Im Vordergrund, da bleibt der Schneid,

eben dieses herrliche Gefühl,

vom Wissen eigener Wahrhaftigkeit.

 

Dieses in die Sicht des andren auszuplaudern,

in der Hoffnung ewigem Gewühl,

ach, grausam ist´s versperrt von ödem Zaudern.

 

Bleiben kann da nur Vertrauen.

Bleiben kann da nur Geduld,

die da hilft auch über Gräben schauen

und drinnen zu versenken wage Schuld.

 

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Hass

 

Getreten, geschunden, verraten -
die Seele ist grausam verletzt.
Was war, das ist kaum zu sagen,
der Geist fühlt sich wie gehetzt.

Die Bilder vernebeln im Raume -
dein Sein verliert fast den Halt.
Du hälst deine Wut noch im Zaume
und schreist deinen Schmerz in den Wald.

Was du am wenigsten kannst, das ist Weinen,
das Echo kommt nicht nur vom Holz.
Es sind Worte, die waren die deinen -
du selbst hast geschenkt dir den Stolz!

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Du hast mir soviel gesagt

 

Du hast mir so viel gesagt,

so viel.

Noch mehr, als ich je gewahr zu ahnen wurde.

Ich werde es erst jetzt, jetzt mit einer Bürde.

 

Wie nahe steh ich dir mit deinen Sorgen,

wo ich die meinen hab´ nicht minder erst verborgen?

Wie ehrlich kann ich dich verstehen,

wo ich dein Leid erst jetzt gesehen?

 

Gesehen? Ach du blanker Überschwang!

Wenn ich es wirklich hätte, es wär´mir bang!

Was du da ausgedrückt,

bleibt meinen Sorgen letztlich nur entrückt.

 

Dennoch, deine Bürde ließ dich leise klagen,

ich fange an, sie mit zu tragen.

Ich war von deinen Worten wie betört,

hab´ ganz leise immer enger zugehört.

 

Deine Worte, die die größte Nähe schufen,

lassen mich nach Wahrheit suchen.

Dir halfen sie zu stoppen kurz das Leid,

brachten aber noch mehr Einsamkeit.

 

Und heute? Heut´ trägst du den zu Grab,

der dir einst das Meiste gab!

Beide hattet ihr es euch genommen,

was nun liegt da fern zerronnen.

 

Mit deinen Worten bist du selbst dir treu geblieben,

hast sie nicht nur dir ins Herz geschrieben.

Du fragst dich, wer wird sie verstehen nun?

Glaub´s, das bist vor allem du, mit deinem Tun!

 

Geh weiter auf die Menschen zu,

denn deine Worte, das bist gigantisch du!

Geh weiter, nimm sie dir wir mich,

das macht dich leichter, sicherlich!

 

Deine grenzelose Ehrlichkeit,

öffnet in dir Türen tiefenweit.

Dein Ringen um der andren Herzen,

wird nicht bleiben stumm in Schmerzen.

 

Bei mir, das kannst du einfach haben,

bist du angekommen, ohne Fragen.

Wenn die andre Welt dir noch so fern entrückt,

für dich gibt’s auch Gewissheit, die entzückt:

 

Gewissheit, dass dein Suchen wird dir Ruhe geben,

Gewissheit, da für Ordnung, irgendwo in deinem Leben.

Gewissheit, dass du wieder kannst in dir verweilen,

Gewissheit, dass du immer wirst auch Liebe teilen.

 

Den Reim will ich nun brechen,

die Macht des Grübelns ist zu schwächen:

für den größten der Gedanken,

der dem Neuen öffnet letzte Schranken!

 

 

Bei all dem schwer verlor´nen Glück

wünsch´ ich dir ein Lächeln,

zurück in deinen Blick!

 

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