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Das
Schreibprojekt Menschenflügel ist die Vereinigung
einer Absicht, um Essays, Gedichte und Romane zu schaffen, die in
die Welt
gehören. Es will Gegenwartsliteratur, weil sie ehrlich
ist: Der Autor bekennt sich denen gegenüber, die es
besser wissen können, weil sie zur
gleichen Zeit die gleiche Luft atmen. Der Leser wird direkt
angesprochen, denn was er in den Händen hält, könnte auch
an ihn gerichtet sein.
Provozieren
wollen Menschenflügel nicht, sie
wollen anregen und Bekenntnis offenbaren.
Reines
Unterhalten ist Menschenflügeln zu wenig, sie sind sich
für keinen Stein zu schade, der eine Diskussion ins
Rollen bringt. Fantasie
geht bei Menschenflügeln dorthin, wohin uns irgendwann
die eigenen Füße tragen könnten. Vergangenes
interessiert die Menschenflügel auch, aber fast nur
deshalb, weil es zur
Erklärung des Jetzt vonnöten ist.
Menschenflügel
sind zum Fliegen da, zum Fliegen über unser Sein. Was
sie aus der Höhe sehen, sind Stoffe, die uns in
unserer Zeit bewegen: Zusammenhänge und Rätsel,
Zwänge und Freiheiten, Entwicklung und Stagnation, vor
allem aber das Menschsein selbst, mit allem, was uns je
lebendig hält.
Menschenflügel
bringen diese Stoffe ins Geschehen, sie machen sie
lebendig. Menschenflügel rücken die
großen Fragen näher
an uns heran, in Geschichten, die unsere Nachbarn gerade
jetzt erzählen könnten.
Da
sich Menschenflügel trauen müssen, diese Stoffe
in menschbestimmte Handlungen zu übergeben, haben sie
ein Motto gefunden. Es geht ihnen darum,
die Welt
zu nehmen wie sie ist,
sie zu
erkennen, wie sie sein mag
und
anzubieten,
wie sie sein könnte.
Diese drei Elemente sind
der Kern des Schaffens von Menschenflügeln, denn
das gibt Auftrieb: reelles Akzeptieren,
empfindsames Verarbeiten und visionäres Anbieten.
Menschenflügel starten mit dem, woraus sie gebaut sind.
Wie
sie das tun, und wie sie sicher zurück zum Boden finden,
das wird in der
Schreibtheorie
erklärt.
Es ist Literatur gemeint,
Literatur mit allem Reichtum an Metaphern, den Bildern der Sprache, die unser Denken leichter fliegen
lassen. Trotzdem wollen sie den Ernst des Lebens in unsere Hirne tragen,
auf eine Weise, die ihn dann verstehen lässt. Dazu müssen
Menschenflügel schön sein, angenehm und
interessant, Literatur eben.
Menschenflügel
wollen keine Romane sein, die der Fantasie
um das ferne Wirrwarr großer Tatenräume neue
Pseudoaufklärung bieten. Damit hinterlassen sie
doch nur
Lethargie und blinden Verstehensrausch, der jeder Bodenhaftigkeit
entbehrt.
Nein.
Menschenflügeltexte wollen Schwingen sein, die es den
Schuhen ihrer Leser leichter machen, einen Schritt mal
neu zu wagen, einen Schritt in jene Richtung, die
reell und wirklich vor den Füßen liegt.
Menschenflügel
fliegen über dem echten, wahren Leben. Sie können
es zur Exklusivität erheben, denn sie
sehen es so anders. Dahin wollen sie den Leser
mitreißen: hinauf zum Blick aus völlig neuer
Perspektive.
Selber fliegen
zu können,
das verlangt
nicht mehr nach Show von fernen Realitäten,
das macht
die eigene Existenz zum Abenteuer.
Menschenflügel
lassen Handlungsweisen aufeinandertreffen, deren Gewirr
zu erschließen spannend wird. Sie geben der Liebe
genauso Raum, wie jedem anderen tiefen Sehnen, das noch immer Herzen springen lässt.
Menschenflügel
wollen Spaß
machen, sonst wären sie keine Flügel. Deshalb will
dieses Schreibprojekt schöne Texte und Romane liefern,
die handwerklich stimmen, die spannend locken und
nachdenklich enden.
Denn
ein Ende haben alle unsere Flüge. Und was wäre schöner
als ein Nachsinnen, weit über den Punkt hinaus?
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