Mario Emrich

Partnerfedern

 

Annäherung

zurück zu Partnerfedern

zurück zur Startseite

 

   

Die Rose

 

Es war einst eine Rose

Im Garten blühte sie

Sie war die stolze Schönheit

Im roten Morgenfrüh

 

Sie wuchs im Glanz der Sonne

Schatten war’n ihr fern

Und des Nachts alleine

Niemand mocht’ sie gern

 

Sie wollte immer höher

Die andren schauten nur

Kam jemand ihr zu nahe

Schlugen Dornen zu

 

Immer höher wuchs sie

wollt so weit hinaus

Über jene Mauer

Wo sie war zu Haus

 

Und die Andren scherzten

Konnten es nicht sehn

Als sie fiel in Trauer

Wollt zurück sie geh’n

 

Im blassen Tau des Morgens

Fielen Tränen sacht                           

Voll Kummer und voll Sorgen

Der letzten Sommernacht

 

Da nun der Nebel schwindet

Da knickt ihr schönstes Blatt

Die Dornen schon verschlissen

Ihr Rot, es schimmert matt

 

Des Windhauchs letzte Kühlung

Ein letzter teurer Tanz

Ganz nah ist die Berührung

Bricht ihr den Blütenkranz.

 

Dahin ist ihre Schönheit

So jung, so rein und klar

Verhängnisvolles Sinnbild

Das NICHT mehr ist, WAS WAR . . .

 

2005

 

ñ

  

Allein

 

Nun hat’s mich in diese Stadt gespült,

und ich lebe hier.

Nicht nur mein Haar hat es zerwühlt,

halt Dich fest an mir!

 

Die Sonne geht nur freitags auf,

und ich sitze hier.

So nimmt die Woche ihren Lauf,

halt Dich fest an mir!

 

Immer wenn die Sterne blitzen,

bin ich ganz allein.

Wenn die Straßenlichter glitzern,

will ich bei dir sein.

 

Doch so einfach ist es nicht,

hab so oft geliebt.

So fern ist auch das kleinste Licht,

und ich bin betrübt.

 

Immer wenn die Sterne blitzen,

bin ich ganz allein.

Wenn die Straßenlichter glitzern,

will ich bei dir sein.

 

Die Poster sinken von der Wand,

nichts hält mehr, alles fällt -

im Konsolenwunderland,

wo es mir gefällt.

 

Immer wenn die Sterne blitzen,

bin ich ganz allein.

Wenn die Straßenlichter glitzern,

will ich bei dir sein.

 

Schlurft der Regen in Asphalt,

perlt von meiner Haut,

macht nicht vor der Kälte halt,

die Eisblumen baut.

 

Immer wenn die Sterne blitzen,

bin ich ganz allein.

Wenn die Straßenlichter glitzern,

will ich bei dir sein.

 

Auch Farben tropfen von der Wand,

endlich träume ich.

Im ausgeblich´nen Sommerland

warte ich auf Dich!

 

2005

 

ñ

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Rose

Allein