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Die Menschenflügel- Gemeinschaft

Inspiration, Plan 

und Rausch der Begeisterung, 

diese Seite sammelt das.

 

Eine persönliche Sichtweise auf das Schreiben. Ein Angebot, es auch so zu versuchen und eine Bitte, Irrungen schnellstens anzumahnen! (Kontakt)

Wenn nicht anders gekennzeichnet, sind die Theorieideen aus eigener Überlegung oder Erfahrung entstanden. Und, ich habe auch etwas gelernt, vor allem bei James N. Frey

* James N. Frey: "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" - Teile 1 und 2, 1993 Hermann-Josef Emons Verlag

Von ihm übernommene Ideen habe ich mit: (nach JNF*) gekennzeichnet.

 

Ich untergliedere meine Schreibtheorie in diese Rubriken: 

(Eine ständig wachsende Sammlung)

 

Das Menschenflügel-Problem

Romanentwicklung: Stoff - Thema - Geschichte - Figur

Aufbau des Projektes

Figuren

Themenfindung und Darstellung

Darstellungsdrang

Erzählweise

Umgang mit der Sprache

 

 

 

Das Menschenflügel-Problem

 

Natürlich, wer der Gegenwart so nahe treten will, dass sie echt wirkt und den Leser mitnimmt, der bekommt das Problem der eigenen Identifizierung mit den Figuren. Der Autor schafft es kaum noch, sich als kaltschnäuziger Beobachter und Erzähler zu benehmen, er leidet ungeheuer mit den Figuren mit. 

Diesen Akt zu bewältigen, das ist wohl die hohe Kunst von Menschenflügeln. Es geht darum, die Figuren in ihrem Handeln zu beobachten, und nur so viel von ihrem Denken zu erklären, wie gerade noch vertretbar ist. Es geht darum, sie authentisch erscheinen zu lassen und den Leser nicht mit Philosophiererei zu überfordern, dem Nachgrübeln darüber, warum die Figuren so gehandelt haben, wie sie handelten. 

Trotzdem, das Begreifen der Handlungsgründe der Figuren ist für Menschenflügeltexte das Salz in der Suppe schlechthin. Deshalb finden sie zu ihrem ganz eigenen Stil. "Der eine Himmel" will beredtes Zeugnis dafür sein.

 

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Romanentwicklung

 

Ich definiere mir das so: 

Ein Roman braucht diese vier Elemente: Stoff - Thema - Geschichte - Figuren. Sie leiten sich voneinander ab, sie bauen aufeinander auf. Was den gemeinsamen Sinn der vier nicht findet, kann keines von ihnen sein, zumindest nicht in dem betreffenden Roman. Was da nicht hineinpasst müsste sich die anderen Elemente in einem eigenen Sinnzusammenhang suchen, um zu einem neuen Roman werden zu können.

 

Der Sinnzusammenhang kann aus jedem der Elemente heraus entwickelt werden, wobei es möglich ist, aus der Vorstellung einer Figur allein die passende Geschichte, ein Thema und auch einen Stoff zu finden. Vom Stoff aus die anderen Elemente zu suchen, dürfte leichter fallen, denn er ist das Höchste des Romans, er ist sein eigentlicher Sinn. 

Sinn eines Romans kann auch der Schreibstil sein, oder das Effektehaschen einer perfekten Geschichte, trotzdem, ohne eine glaubhafte Stoffverarbeitung wird selbst diese Geschichte sinnlos bleiben. 

 

Der Stoff ist, was der Autor zu klären hat, also der Sinn der Geschichte. (z.B.: "Technik ist wichtig")

Das Thema ist, wovon der Autor etwas erzählen will, also der "Spielplatz" der Geschichte. (z.B.: "Funktionsweise der Verbrennungsmotoren")

Eine Geschichte ist, was der Autor erfinden muss, um alles erzählen zu können. (z.B.: Ein Entwicklungsbüro hat Nachwuchssorgen und findet keine Ideen mehr.)

Die Figuren braucht der Autor, weil es sonst keine Geschichte gibt. Die Figuren sind es, denen  gegenüber er sich verantwortlich fühlt, sie sind es, die er liebt und hasst. Es sind seine Mit- und Gegenspieler, von denen er getrieben wird, seinen Kampf um den Stoff nicht aufzugeben.

(z.B.: ein alter Ingenieur, der sein Lebenswerk verfallen sieht, eine Sekretärin, die zwar wie wild organisieren kann, aber von Technik keine Ahnung hat, ein Student im Praktikum, der immer am Ziel vorbei schießt, weil er zu faul zum Lernen ist)

 

Beispiel "Der eine Himmel":

Stoff: Die Suche nach dem Bekenntnis zu Religiosität und der Erklärung ihrer Ablehnung bringt die Menschen zu neuen Überzeugungen und Ideen, aber glücklich werden sie dabei nicht. (JNF* hätte das "Prämisse" genannt)

Thema: Segelfliegen, Wetterentwicklung und Hochwasserschutz

Geschichte: Beim Fliegenlernen, und den Abenteuern im Leistungssegelflug taumeln die Figuren zwischen Sehnsucht und Verdruss, zwischen Liebestraum und Bekenntniswirren hin zur Lösung alter Rätsel und zum Erreichen jung gebliebener Träume.

Figuren: eine glaubhaft gläubige junge Frau, die ihrer Einsamkeit entflieht, ein erklärbar den Glauben ablehnender junger Mann, der seine Leidenschaft nicht ausleben kann, sowie in beider Hinterland Figuren, die alles in Bewegung halten und immer neuen Zündstoff für die Geschichte liefern

 

Die Prämisse (nach JNF*) in "Der eine Himmel" wird erkennbar daran, wie sie den Stoff verarbeitet: Aus der Glaubensauseinandersetzung finden die Protagonisten ganz neue Erklärungen ... , die so einfach scheinen. Aber, da die letzte Erklärung ... bahnt das Schicksal seinen ...

(... mehr darf nicht verraten werden - Entschuldigung!)

 

Aufbau des Projektes

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- Die "Prämisse", also der Sinn, die Richtung, der Verlauf einer Handlung, muss 

  immer klar sein (nach JNF*)

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Figuren

 

- haben eine Maximalkapazität. Also, sie können nicht mehr tun als das, was ihrem 

  Charakter entspricht. Der Autor erkennt diese Grenze wenn er sich fragt: "Würde sie wirklich?" 

  (nach JNF*) 

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Themenfindung und Darstellung

 

- Die Darstellung von Menschenflügelthemen erfordert eine hohe Leistung, denn die Geschichten spielen nicht in allgemeinen Rahmensituationen, die jeder nachvollziehen kann. Menschenflügelwerke wollen Themenbereiche aufgreifen, die zwar allgemein bekannt sind, von deren Zusammenhängen aber nicht allzu viel bekannt ist. (siehe Schreibwerkstatt - Themenschmiede) Also fällt es schwer, das Geschehen einfach so dahin zu plänkeln. Der Leser muss nachvollziehen können, was geschieht, wobei nicht vorausgesetzt werden kann, dass er die fachlichen Situationen versteht, im Gegenteil, er braucht die Erklärung. Die Geschichte dann nicht im Belehrungston abzuwickeln und trotzdem gut zu erklären, das ist ein gewaltiger Teil der Kunst von Menschenflügeln.

 

- Es wird nur geschrieben, was in die Geschichte gehört. 

  Wenn die Handlung ohne Etwas auskommt, dann fliegt dieses Etwas wieder raus! 

 

- Zettelmethode: immer kleine Zettel parat haben und so konsequent sein und gleich 

  die Ideen notieren!

 

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Darstellungsdrang

 

- Es lässt sich für jede Idee eine Geschichte und eine Handlung finden. Nur lange 

  genug darüber nach denken, die Eingebung kommt!

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Erzählweise

 

- Beim Schreiben richtig leibhaftig miterleben, was gerade geschieht. So richtig! 

  Dann kommt das Auszudrückende perfekt herüber! (genau das schreiben, was wirklich gerade geschieht: keine    

  Allgemeinheiten, kein dramatisierendes Drumherum!)

- Jeder Satz muss Lust auf den nächsten machen (Spannung in jeder Zeile)

 

Umgang mit der Sprache

 

- Jede Darstellung, die aus bekannten oder unbekannten Gründen nicht richtig stimmt,

  lässt sich durch Veränderung des Satzbaus auch ganz anders ausdrücken. Die Sprache gibt das her, es geht 

  immmmmmer!

- Sprache und Erzählweise müssen dem Thema angepasst sein. Ich glaube daran, dass ein 

  bestimmter Stil zu jedem Stoff mit seinen Themen gefunden werden kann. Denn über die 

  sprachliche Darstellung entscheidet sich, ob beides überhaupt an den Leser in der gewollten 

  Form herangetragen werden kann.          

 

 

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Schreiben? - Schreiben!

 

 

Schreiben?

 

Kannst du es real begreifen,

was da liegt vor dir im Sand?

Kannst du es mit Sinn versteifen,

was hier schrieb grad deine Hand?

 

Kannst du sagen, was das Schreiben ist,

für sich und für der Menschen Seele?

Kannst du wagen, so ganz ohne List,

es zu nennen, was sonst fehle?

 

Ach, das Grübeln ist doch nur Verzagen!

Weg ihr Zweifel, fort mit eurem Zaudern!

Komm Eingebung, treibe mich zu Taten!

Ich weiß doch, du kannst mit mir plaudern.

 

 

Schreiben!

 

Lass das Fragen, denke dich hinein!

Was zählt, ist nur der Augenblick.

Such das Sagen, du bist nicht allein!

Worte der Gefühle geben viel zurück. 

 

Schöpfe aus des Geistes Höhen,

den Sinn des Daseins Erdental!

Ihn darzulegen vor der Menschen Seelen,

ist des Schreibens Lob und Qual.

 

Was die Worte werfen sollen,

ist des Glückes unbekannter Schluss.

Auch wenn andre Dinge schmollen,

Schreiben kennt keinen Verdruss.

 

 

Worte? Sätze? Texte?

Ja!

 

Worte, so bedeutungsschwer gefangen,

einsam scheint, was ihre Zeichen tragen.

Festgeschrieben, was Gedanken zwangen,

Verlorenes drängt sich auf mit Fragen.

 

Mit jedem Satz muss ich mich fragen,

ob es wirklich ganz so war.

Niemand kann die Antwort sagen,

die die Wahrheit hier hinein gebar.

 

Worte suchen, Träume schöpfen -

Weisheit buchen, Lügner schröpfen.

Texte kommt! Es ruft der Lohn,

für eure weltverwebte Mission!

 

 

Nicht geschrieben? Nicht bedacht?

Nein! 

 

Was verhindert steht im Regen.

Was hier nicht zu Papier gebracht,

das behält sich seinen Segen,

bewahrt im Raum der Zeiten Macht.